Venezianische Festungen und byzantinische Spuren am Kreuzweg dreier Meere
Auf Kythira, der Insel der "Kythereischen" Aphrodite, begegnet die Mythologie der bewegten Geschichte der Venezianer, Byzantiner und Piraten. Am Kreuzweg dreier Meere bewahrt die Insel die Aura ihrer Vergangenheit unverändert, mit vier emblematischen Befestigungen, die als ewige Wächter ihres kulturellen Erbes stehen.
Über der Siedlung Chora, in einer Höhe von 200 m, dominiert die Burg von Chora. Diese venezianische Festung (fortezza) erhielt 1503 ihre heutige Form. Aufgrund ihrer strategischen Lage, von der aus gleichzeitig das Ionische Meer, die Ägäis und das Kretische Meer kontrolliert werden konnten, wurde sie das "Auge Kretas" genannt. Im Inneren finden Sie Wohnreste, Kapellen, Lagerräume, Zisternen und den alten Palataki, das Machtzentrum jener Zeit. Besonders hervorzuheben sind das imposante Verwaltungsgebäude, in dem heute das Historische Archiv untergebracht ist, das Pulvermagazin und die Kirche der Panagia Myrtidiotissa.
Die Burg der Kato Chora von Mylopotamos wurde 1565 zur Kontrolle der westlichen Durchgänge erbaut und bietet den Blick auf einen stimmungsvollen Sonnenuntergang. Über dem Tor begegnen Sie dem Relief des Löwen des Heiligen Markus; im Inneren befinden sich neun Kirchen und verfallene zweigeschossige Häuser, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts bewohnt waren. Die Elemente venezianischer Ästhetik und sozialer Organisation jener Zeit werden Sie bezaubern.
Palaiochora, damals als Agios Dimitrios bekannt, war die byzantinische Hauptstadt der Insel. Sie wurde zum Schutz vor Piraten auf einem steilen Felsen errichtet und blieb vom Meer aus unsichtbar. 1537 wurde sie jedoch vom berüchtigten osmanischen Korsaren Hayreddin Barbarossa entdeckt und zerstört. Heute flößen die Ruinen ihrer 23 Kirchen und Häuser Ehrfurcht ein.
Im malerischen Hafen von Avlemonas errichteten die Venezianer eine kleinere, aber wichtige Festung, um den östlichen Durchgang zu überwachen. Das Kastello von Avlemonas ist auch mit der neueren Geschichte verbunden, denn in seiner Nähe sank das Schiff „Mentor“ von Lord Elgin, das Teile der Parthenon-Marmore transportierte.


















































