Santorini feiert den Ausbruch, der die Insel erschaffen hat
Die Caldera von Santorini entstand nach dem minoischen Ausbruch um 1600 v. Chr., der zu den stärksten in der Weltgeschichte gehörte. Die Erde brach ein und hinterließ eine riesige kreisförmige Lücke, die vom Meer ausgefüllt wurde. Heute sind dort drei kleine Inselchen zu erkennen: Nea Kameni, Palea Kameni und Aspronisi.
Nea Kameni, im Zentrum der Caldera, ist das jüngste Stück Land der Ägäis und entstand durch wiederholte Eruptionen zwischen 1570 und 1950. Ihre Landschaft aus schwarzer Lava und Schwefeldämpfen wirkt mondähnlich. Vom kleinen Hafen von Gialos oder Athinios aus starten täglich Kaiki-Boote zu Ausflügen zum Vulkan: Ein kurzer Fußmarsch von 20–30 Minuten führt zum Krater, wo man noch immer den Rauch aus den Spalten der Erde aufsteigen sehen kann.
Etwas weiter entfernt bietet die Palea Kameni ein seltenes Natur-Spa. In ihr sprudeln heiße Quellen, reich an Schwefel und Eisen, mit Temperaturen von bis zu 35 °C. Das Baden hier gilt als heilend, ein Erlebnis, das das Metaphysische mit dem Greifbaren verbindet.
Von oben ist der Blick auf den Krater atemberaubend. Die Siedlungen von Oia, Fira und Imerovigli scheinen am Rand des Kraters zu schweben, wie weiße Tropfen auf dunklem Felsen.
Doch der Vulkan ist nicht nur ein Spektakel, er ist auch eine Quelle des Lebens. Die Erde, die er hinterließ, schenkte die Weinreben von Santorini, die Tomaten und die Fava, Aromen, die in der Asche geboren wurden.



